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Bäume schneiden – Sommerschnitt und andere Baumschnitte

Bäume schneiden – Sommerschnitt und andere Baumschnitte

Sommer- oder Winterschnitt?

Einen Baum im Sommer zu schneiden hat den Vorteil, dass die Wundheilung mit voller Kraft vonstattengehen kann, anders als im Winter, wenn der Stoffwechsel des Baumes ruht.

Gleichzeitig kann der Schnitt so angelegt werden, dass der Ertrag gesteigert wird.

 Gerade Obst- und andere Laubbäume lassen sich gut im Sommer zurückschneiden. Es ist zwar etwas schwerer die Struktur zu erkennen, aber die Wundheilung verläuft sehr viel schneller. Wenn Sie Ihre Bäume schneiden möchten, folgen Sie einfach dieser Einleitung.

Wenn Sie einen Baum schneiden, bevor die Früchte vollkommen ausgereift sind, bekommen die verbleibenden Früchte die ganzen Nährstoffe und werden entsprechend größer. In solchen Fällen wird der Schnitt auch Ertragsschnitt genannt.

Eine weitere Folge eines Sommerschnitts ist ein geringerer Austrieb im Folgejahr. Wenn Sie also einen Baum haben, der nach einem Winterschnitt bisher immer zu stark austrieb, ist ein Sommerschnitt eine gute Alternative.

Wer es sich ein wenig leichter machen möchte, der kann in der laublosen Phase einige Fotos machen und so im Sommer leichter die Äste wieder finden, die zur gewünschten Entwicklung der Krone entfernt werden sollten.

Bäume schneiden ab wann erlaubt? Bis wann darf man Büsche und Bäume schneiden?

Im heimischen Garten oder Schrebergarten sind normale Pflege- und Formschnitte sowie unaufschiebbare Verkehrssicherungsmaßnahmen sind ganzjährig zulässig, solange der Baum keine Nist- oder Ruhestätte für Tiere ist und kein anderes Landesgesetz oder keine andere örtliche Baumsatzung dagegen sprechen. Im Zweifel immer bei der Kommune erkundigen.

Hecken dürfen zwar einen normalen Form- oder Pflegeschnitt bekommen, aber abgeschnitten werden dürfen Sie nur in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28. Februar. In diesem Zeitpunkt sind auch zulässige Baumfällungen zu legen. Außerhalb dieses Zeitraums kann eine zusätzliche Ausnahmegenehmigung erforderlich werden. Bäume schneiden bei Frost ist nicht sinnvoll, da die Äste dann leichter brechen.

Das Entfernen von Wassertrieben ist ganzjährig erlaubt und besonders im Sommer sinnvoll.
Das Entfernen von Wassertrieben ist ganzjährig erlaubt und besonders im Sommer sinnvoll.
Totholz darf zu jederzeit entfernt werden. Es besteht die Gefahr, dass es bricht und abstürzt.
Totholz darf zu jederzeit entfernt werden. Es besteht die Gefahr, dass es bricht und abstürzt.

Bäume schneiden – Werkzeug

Beim Bäume schneiden muss das Werkzeug immer scharf und sauber sein. Kleine Äste und Zweige bis zu gut einem Zentimeter Durchmesser können mit einer normalen Gartenschere geschnitten werden. Kräftigere Äste mit bis zu vier Zentimetern Durchmesser bewältigt eine gute Astschere.

Alle dickeren Äste werden mit einer Astsäge oder Säbelsäge geschnitten und die Ränder mit einem scharfen Gärtnermesser geglättet. Eine Astschere mit Teleskop-Stiel erlaubt den Schnitt von kleineren Bäumen ganz ohne Leiter. Bei größeren Höhen ist eine gute Leiter erforderlich. Eine Kettensäge ist eigentlich nur bei Baumfällungen im Einsatz. Bestenfalls noch beim Kürzen eines Starkastes vor dem eigentlichen Sägeschnitt beim Astring.

Verschiedene Baumschnittarten

Im Laufe eines Baumlebens können verschiedene Schnitte zur Anwendung kommen. Doch nicht jeder Baum kann gleichermaßen geschnitten werden. In der Jugend eines Baumes hat der Schnitt meist das Ziel den Baum in der Entwicklung einer arttypischen Form zu unterstützen. Andererseits gibt es vor allem bei Obstbäumen auch andere Zielvorstellungen, wie beispielsweise die Erziehung an einem Spalier (Spalierobst) oder eine laufende Verjüngung für optimalen Ertrag.

Pflanzschnitt

Bei der Pflanzung von jungen Bäumen – insbesondere bei Obstbäumen – wird die Krone durch den Pflanzschnitt in der Struktur richtig angelegt. Gleichzeitig geht es darum die Krone auf etwa die gleiche Masse einzukürzen, die der Wurzelballen hat. So kann der Baum besser anwachsen und leichter eine Krone bilden.

Spalierobst wird streng »erzogen«. Hier können die Wassertriebe bereits entfernt werden
Spalierobst wird streng »erzogen«. Hier können die Wassertriebe bereits entfernt werden

Auch der Wurzelballen wird vor dem Einpflanzen noch einmal geprüft und gequetschte oder anderweitig beschädigte Wurzeln werden abgeschnitten. Bei der Krone wird ein Mitteltrieb in Verlängerung des Stamms ausgewählt und drei oder vier Seitentriebe, die gut verteilt sind und nicht zu steil stehen. Die ausgewählten Triebe werden insgesamt in etwa auf den Durchmesser des Wurzelballens gekürzt. Alle anderen Triebe werden komplett entfernt.

Erziehungsschnitt

Bei einem Erziehungsschnitt wird der (Obst-)Baum so geschnitten, dass die Äste so wachsen, dass sie sich nicht gegenseitig behindern und genug Luft und Licht in die Baumkrone kommt, damit Früchte sich gut entwickeln können und in der Sonne ausreifen. Bei Spalierobst werden die Äste je nach Baumart V-förmig oder horizontal gezogen und überzählige Äste und Zweige ausgeschnitten.

Spalierbäume bekommen viel Licht und Wärme von der Giebelwand für reife Früchte.
Spalierbäume bekommen viel Licht und Wärme von der Giebelwand für reife Früchte.

Geht es darum einen kümmerlichen Ast zu fördern, werden die stärkeren Äste des Baumes soweit herunter geschnitten, dass der schwache Ast der höchste bleibt. Der höchste Ast wird am besten mit Wasser und Nährstoffen versorgt (Saftwaage) und wird in der Entwicklung schnell aufholen. Wächst ein wichtiger Ast zu steil, wird durch einen Schnitt auf einen flacher wachsenden Seitentrieb umgeleitet.

So wird die Baumkrone in der Jugend des Baumes nach und nach möglichst optimal entwickelt bzw., erzogen.

Winterschnitt und Sommerschnitt

Durch den Winterschnitt (blattlose Zeit Dezember/Januar/Februar) wird der Austrieb im Frühjahr gefördert, während der Sommerschnitt (Juli/August) zu einer Reduzierung des Austriebs im Folgejahr führt. Im Winter ist die Struktur des Baumes zwar besser zu erkennen, aber die Wundheilung verläuft im Sommer deutlich besser.

Ein zu starker Austrieb – besonders von Wassertrieben – nimmt dem Baum Luft und Licht.
Ein zu starker Austrieb – besonders von Wassertrieben – nimmt dem Baum Luft und Licht.

Manche Bäume, wie ohnehin starkwüchsige Kirschbäume oder auch Zierkirschen und Ahorn, die oft Probleme mit der Wundheilung haben, werden am besten nur im Sommer geschnitten. Ausgesprochen schwachwüchsige Bäume werden besser im Winter geschnitten.

Beim Bäume schneiden im Sommer ist kein allzu starker Rückschnitt möglich, wie beispielsweise ein Kopfschnitt oder ein kräftiger Verjüngungsschnitt. Es werden nur einjährige Triebe und Wassertriebe oder sonstige, überzählige Triebe ausgelichtet. Der Baum muss den Verlust der Blattmasse kompensieren können, damit er trotz Schnitt genügend Reservestoffe für den Winter einlagern kann.

Alte abgestorbene Äste mit Blättern werden auch in einem Herbstschnitt entfernt, damit die Bäume ohne diesen Ballast in die Winterruhe gehen (Anleitung hier).

Ertragsschnitt

Eine zu dichte Krone führt zu mehr Feuchtigkeit, Pilzanfälligkeit und unreifen Früchten.
Eine zu dichte Krone führt zu mehr Feuchtigkeit, Pilzanfälligkeit und unreifen Früchten.

Erwachsene Obstbäume können im Sommer (Juli/August), wenn das Triebwachstum abgeschlossen ist, von einem sogenannten Ertragsschnitt profitieren. Dabei werden Wassertriebe und andere einjährige Triebe ausgeschnitten, um die Versorgung der fruchttragenden Äste mit Nährstoffen und Licht zu verbessern, sodass die Früchte sich besser entwickeln und ausreifen können. Auch, wenn Äste aufgrund großer Mengen an Früchten zu brechen drohen, können Fruchtansätze ausgebrochen oder fruchttragende Zweige und Äste eingekürzt werden.

Bei bestimmten Baumarten (z. B. bei vielen Birnbäumen) entwickeln sich die Früchte am besten am zweijährigen Holz. Entsprechend wird beim Schnitt immer berücksichtigt, welche Äste erhalten werden sollten, um in den Folgejahren Früchte zu tragen.

Verjüngungsschnitt

Richtige Baumpflege mit regelmäßigem Baumschnitt erhält die Gesundheit der Bäume.
Richtige Baumpflege mit regelmäßigem Baumschnitt erhält die Gesundheit der Bäume.

Im fortgeschrittenen Alter eines Baumes vertrocknen einzelne Äste und sterben ab. Alte Bäume zu schneiden bedeutet durch einen konsequenten Verjüngungsschnitt den Baum und seinen Ertrag lange zu erhalten. Gut gepflegte Obstbäume haben eine wesentlich längere Lebenszeit als vernachlässigte Bäume.

Beim Verjüngungsschnitt ist in den meisten Fällen ein starker Austrieb erwünscht und somit ist in diesem Fall die blattlose Zeit für einen Schnitt vorzuziehen. Außerdem ist ein Verjüngungsschnitt in dem meisten Fällen ein zu starker Rückschnitt, als dass er durch den Baum im Sommer kompensiert werden könnte.

Entlastungsschnitt

Droht ein Ast abzubrechen, kann er abgestützt oder durch einen Entlastungsschnitt davor bewahrt werden. Auch, wenn ein großer Ast ganz entfernt werden soll, ist es sinnvoll diesen zuerst auf etwa Unterarmlänge einzukürzen, damit beim Absägen keine Verletzung der Rinde durch Abbrechen oder Abreißen entsteht. Dazu wird die Hälfte des Querschnitts von unten durchgesägt und dann die obere Hälfte. Anschließend wird der Stumpf mit einem sauberen Sägeschnitt entlang des Astrings von oben nach unten abgeschnitten und die Wundränder werden mit einem scharfen Messer geglättet.

Zur Vorsorge können schwere Äste in ertragreichen Jahren gestützt werden.
Zur Vorsorge können schwere Äste in ertragreichen Jahren gestützt werden.
Astbrüche können für schwere Schäden bis hin zum Absterben eines Baumes führen.
Astbrüche können für schwere Schäden bis hin zum Absterben eines Baumes führen.

Pflegeschnitt

Beim Pflegeschnitt geht es in erster Linie darum, dass alles entfernt wird, was durch Schädlinge, Sturm oder Schneelast beschädigt ist. Daneben werden in diesem Zuge auch steil aufragende Wassertriebe und andere störende Äste entfernt. Ziel ist die Pflege und der Erhalt des Baumes in seiner im eigenen Art und Form.

Dünne Äste wie Wassertriebe werden direkt am Ast mit der Gartenschere abgetrennt.
Dünne Äste wie Wassertriebe werden direkt am Ast mit der Gartenschere abgetrennt.

Auf den Stock setzen – Kopfschnitt

Wenn ein Gehölz auf den Stock gesetzt wird, bedeutet es, dass er komplett bis auf ca. 40 Zentimeter herunter geschnitten wird. Das wird vor allem bei Hecken, Haselnuss, Liguster, Holunder und ähnlichen Gehölzen gemacht.

Eine ähnliche Maßnahme bei Bäumen ist der Kopfschnitt. Platanen, Weiden und andere Straßenbäume werden dabei von Beginn an auf eine bestimmte Form zurückgeschnitten. Bei den erwachsenen Bäumen erfolgt dann jährlich der Rückschnitt der Triebe aus dem Vorjahr. An den Schnittstellen entstehen kugelige Verdickungen.

Bäume schneiden – Anleitung

Abgestorbene Äste

Häufig haben abgestorbene Äste einen Wulst gebildet, der das lebende vom Totholz trennt. Der Ast wird dann am Wulst abgetrennt, ohne diesen zu verletzen.

Starkäste ab 10 Zentimeter Durchmesser

Solche Äste sollten eigentlich nicht geschnitten werden. Ist es doch einmal unvermeidbar, so ist in dem Fall die blattlose Zeit im Winter vorzuziehen, falls keine unmittelbare Notwendigkeit besteht. Wenn abgesägt werden muss, wird der Ast erst auf Unterarmlänge eingekürzt, indem er zur Hälfte von unten durchgesägt wird und anschließend von oben. Hat der Ast einen Astring zum Stamm hin, sollte dieser auf jeden Fall unbeschädigt bleiben und direkt an diesem Ring entlang sauber von oben nach unten abgesägt werden. Wundränder abschließend mit einem scharfen Messer glätten. Ist kein Astring vorhanden, darf der Stamm nicht verletzt werden, aber auch kein Stumpf stehen bleiben. Es bleibt gerade noch der Astkragen stehen.

Mit der Astschere werden Äste bis zu vier Zentimeter Dicke sauber abgeschnitten.
Mit der Astschere werden Äste bis zu vier Zentimeter Dicke sauber abgeschnitten.
Dickere Äste beim Absägen stützen oder in Etappen absägen, um ein Abreißen zu vermeiden.
Dickere Äste beim Absägen stützen oder in Etappen absägen, um ein Abreißen zu vermeiden.

Baumkrone einkürzen oder verschmälern

Ist die Baumkrone zu groß geworden, werden alle Leitäste gleichmäßig gekürzt. Es wird immer auf einen darunter liegenden Ast abgeleitet, das heißt jeder Leitast wird knapp über einem kleinen, nach unten abgehenden Zweig abgeschnitten. Die eigentliche Kronenform bleibt dabei möglichst erhalten, um das arttypische Aussehen des Baumes nicht zu verändern. Anders beim Verschmälern einer Baumkrone. Dabei bleiben die oberen Leitäste von der Maßnahme ausgenommen. Das wird meist notwendig, wenn eine Baumkrone zu ausladend wurde und andere Bäume davon beengt werden oder sie zu nahe an Gebäudeteile ragen.

Muss der Baum nur schmaler werden, bleiben die oberen Äste von dem Schnitt ausgenommen.
Muss der Baum nur schmaler werden, bleiben die oberen Äste von dem Schnitt ausgenommen.
Um die Baumkrone gleichmäßig zu verkleinern, wird entlang der Silhouette jeder Leitast gekürzt.
Um die Baumkrone gleichmäßig zu verkleinern, wird entlang der Silhouette jeder Leitast gekürzt.

Baumkrone auslichten

Ist die Krone zu dicht und reiben Äste aneinander muss ausgelichtet werden, um wieder genug Luft und Licht in die Krone zu bekommen.

Dabei werden die Äste herausgenommen, die andere Äste stören, den Einfall von Licht und Luft behindern. Das sind meist zu steil nach oben gewachsene Äste oder welche, die sich ineinander verhakten.

Totholz wird beim Auslichten auch entfernt, ohne dabei ins lebende Holz zu schneiden.
Totholz wird beim Auslichten auch entfernt, ohne dabei ins lebende Holz zu schneiden.
Beim Auslichten wird alles entfernt, was zu dicht, zu steil wächst oder sonst störend ist.
Beim Auslichten wird alles entfernt, was zu dicht, zu steil wächst oder sonst störend ist.

Baumkrone kappen

Eine solche Maßnahme ist nur in sehr seltenen Fällen sinnvoll – in den meisten Fällen ist das Gegenteil der Fall. Oft ist die Überlegung einen Baum zu kappen in der Befürchtung begründet, der Baum könne bei Sturm einen Schaden verursachen. Tatsächlich geht oft erst von den Folgen einer unsachgemäßen Kappung wirklich Gefahr aus. Von daher sollte bei Überlegungen in diese Richtung immer besser ein Fachmann zurate gezogen werden.

Wundverschluss – empfehlenswert, oder nicht?

Da scheiden sich die Geister selbst bei den Fachleuten. Die einen sagen, ein Wundverschluss mit fungiziden Bestandteilen kann das Eindringen von schädlichen Pilzsporen verhindern, andere sagen, dass gerade unter dem Wundverschluss gerne feuchte Hohlräume für ein perfektes Pilz-Klima sorgen. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, welcher These er mehr vertraut oder ob er Fungizide verwenden möchte. In jedem Fall ist das Glätten der Schnittränder mit einer Gartenhippe (typisches Gärtnermesser) zu empfehlen, weil die glatteren Flächen weniger Zugang für Schadorganismen bieten.

Autor: Christiane Baldwin

Bildnachweise:
  • alle Bilder:  Christiane Baldin
  • Grafiken aus Vorlage: Pixabay/Clicker-Free-Vector-Images

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