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Kiesweg anlegen

Kiesweg anlegen

Material & Werkzeug

Wege entstehen beim Gehen – leider auch auf Rasenflächen und das ist meist nicht erwünscht. Also sollten Sie lieber Wege anlegen. Nicht nur auf dem Rasen, sondern beispielsweise auch zwischen Beeten oder zwei Gebäudeteilen.

Ein Kiesweg vereint mehrere Vorteile. Es entsteht keine versiegelte Oberfläche und Wasser fliest sehr schnell ab. Kies haftet nicht leicht an den Schuhen, wie es etwa bei feuchtem Rindenmulch oder Sand üblich ist. Bei neuen Gartengestaltungsideen ist ein Kiesweg vergleichsweise einfach zu verändern. Wenn Sie einen Kiesweg anlegen, ist Unkraut kaum ein Problem. Selbst verschlungene Wege sind leicht zu realisieren.

Nicht zuletzt ist es einfach, einen Kiesweg anzulegen und auch vergleichsweise günstig. Kies kann also durchaus eine gute Wahl bei der Weggestaltung sein. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Kiesweg anlegen – im Garten oder auch anderenorts.

Kiesweg anlegen – Aufbau planen

Der Aufbau soll die Anforderungen erfüllen, die Sie an ihn stellen. Es macht einen großen Unterschied, ob Sie einen kleinen Weg zwischen zwei Beeten anlegen möchten oder einen Stellplatz mit Zuwegung.

Auf Fahrwegen sorgt ein solcher Kiesweg automatisch für ein gemäßigtes Tempo.
Auf Fahrwegen sorgt ein solcher Kiesweg automatisch für ein gemäßigtes Tempo.

Für einen kleinen Weg zwischen zwei Beeten reicht als Aufbau oft schon etwas verdichteter Boden, eine Kante, ein Unkrautvlies und eine Schicht Kies.

Sie möchten einen Kiesweg anlegen, der befahrbar ist? Kein unlösbares, aber doch etwas anspruchsvolleres Vorhaben. Klar ist: Sie können keinen solchen Kiesweg anlegen ohne Unterbau, sonst entstehen tiefe Spuren und der Kies wird verdrängt. Wenn Sie einen befahrbaren Kiesweg anlegen, sind Waben eine gute Lösung. Diese funktionieren genauso wie Rasengittersteine. Damit können Sie problemlos den Kies befestigen.

Sie wollen in freier Form Ihre Gartenwege gestalten und für viele Jahre Ruhe haben? Dann sollte der Aufbau mit einer gut verdichteten Schotterlage, einem dicken Unkrautvlies, stabilen oder formbaren Rasenkanten und scharfem Kies ausgeführt werden. Zusätzlich können Sie diesen Kiesweg mit Trittplatten anlegen, die auch barfuß begehbar sind. Sie werden einfach in die Kiesschicht eingelassen. Wenn Sie eine Art Splittweg mit Trittplatten anlegen, hat es das Unkraut noch schwerer sich zu etablieren.

Kiesweg Einfassung – Möglichkeiten

Um einen Kiesweg einzufassen, können Sie KantsteineRasenkanten oder Mähkanten aller Art verwenden. Auch Backsteine, Natursteine sowie Alu oder Edelstahl lassen sich verwenden. Im Grunde ist das eine Frage des persönlichen Geschmacks und sollte darüber hinaus vor allem das Mähen an der Kante erleichtern.

Besonders natürlich wirkt eine Bruchsteinkante aus einem regional vorkommenden Gestein und einem Kies aus derselben Gesteinsart.

Flusskiesel in verschiedenen Farbtönen und grober Körnung.
Flusskiesel in verschiedenen Farbtönen und grober Körnung.

Kiesweg anlegen – welche Körnung, welcher Kies?

Die Gesteinsart sucht sich jeder nach eigenen Vorstellungen aus. Je feiner die Körnung, umso angenehmer das Gehgefühl. Scharfer Kies oder Splitt macht es anfliegenden Samen schwerer zu gedeihen.

Dunkler Kies, in kleiner Körnung und mit harten Kanten.
Dunkler Kies, in kleiner Körnung und mit harten Kanten.

Große, schwerere Steine vertragen die Bearbeitung mit einem Laubbläser, was bei einem entsprechenden Baumbestand durchaus ein wichtiges Argument sein kann. Laub wird zwischen den Steinen leicht zu Humus. Das gilt es zu vermeiden, wenn Sie einen Gartenweg anlegen, da Humus einen sehr guten Nährboden für Unkräuter bildet.

Tipps: 

  • Weißer Kies bleibt auf Dauer nicht so weiß wie beim Kauf.
  • Schwarzer Kies (z. B. Lavakies) kann in der Sonne sehr heiß werden.
  • Ein bunter Kies aus vielen verschiedenen Gesteinsfarben nimmt sich eher zurück und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.
  • Einfarbiger Kies ergibt einen eher auffälligen Weg. Noch stärker wird dieser Effekt, wenn Kieswege mit kräftigen Kontrasten zwischen Einfassung, Kies und/oder Trittsteinen gestaltet werden.

Materialbedarf im Vorfeld ermitteln

Die Körnung ist mit entscheidend für die mindestens erforderliche Schütthöhe. Diese sollte über der doppelten Größe der größten Steine in der Mischung liegen. Bei 16 - 25 mm Körnung sind das also 5 cm Schütthöhe. Die Formel zur Berechnung ist

Weglänge x Wegbreite x Schütthöhe = Bedarf in Kubikmetern

Da bei dem Kauf von Kies meist das Gewicht angegeben wird, müssen die Kubikmeter noch in Kilogramm oder Tonnen umgerechnet werden. Dazu brauchen Sie das spezifische Schüttgewicht der ausgesuchten Kiessorte (Beispiel: Rheinkies 16 - 32 mm: 1,60 t/m³), um die zu bestellende Menge zu ermitteln.

Bei größeren Projekten lassen Sie sich das Material als Schüttgut anliefern.
Bei größeren Projekten lassen Sie sich das Material als Schüttgut anliefern.
Für kleinere Wege reichen vielleicht ein paar Säcke Kies – rechnen Sie es aus.
Für kleinere Wege reichen vielleicht ein paar Säcke Kies – rechnen Sie es aus.

Schritt 1: Wegführung festlegen

Den Verlauf des Weges legen Sie mit Schnur und kleinen Pflöcken, Heringen oder Sticken fest, wenn der Verlauf weitgehend gerade ist. Bei einem geschwungenen Weg nehmen Sie Markierspray (alternativ einfach Sand oder Mehl) und zeichnen den Weg damit vor.

Schritt 2: Weg ausschachten

Wie tief Sie ausschachten sollten, hängt sowohl von der individuellen Bodenbeschaffenheit als auch von der geplanten Belastung ab. Bei einem befahrbaren Kiesweg muss das deutlich mehr sein, als bei einem Weg der nur zu Fuß begangen wird.

Bei instabilem Boden kann der Aushub für die befahrbare Variante schon mal mehr als einen halben Meter tief erforderlich werden und etwa die Hälfte davon für einen stabilen Fußweg. In der Regel reicht für einen normalen Gartenweg jedoch eine Tiefe von 20 cm völlig aus. Dabei stechen Sie zunächst den Rand entlang mit dem Spaten vor und räumen dann zu diesem Rand hin die Grasnarbe und Erde in der gewünschten Tiefe aus.

Bei kleineren Wegen wird mit dem Spaten ausgeschachtet.
Bei kleineren Wegen wird mit dem Spaten ausgeschachtet.
Mit Stöcken und Schnur wird die Wegführung gekennzeichnet.
Die Wegführung mit Schnur kennzeichnen.

Schritt 3: Einfassung setzen

Die Kante der Einfassung soll später ca. 2 cm über die Kiesschicht hinausragen. Je nach Art der Einfassung müssen sie diese beim Einsetzen fixieren. Das kann durch einfaches Abstützen sein oder beispielsweise bei einer Blechkante durch kleine Mörtelhaufen erreicht werden. Manche Systeme enthalten Erdnägel zur Fixierung.

Schritt 4: Schotterlage für Kiesweg einbringen

Als Unterbau und Drainageschicht wird einfach Schotter eingefüllt und mit einem Stampfer oder Rüttler verdichtet. Achten Sie dabei auf Ihre Kante und stützen Sie diese gegebenenfalls auf Höhe der Verdichtungsarbeiten noch einmal zusätzlich mit einem Brett o. ä. ab.

Unkrautvlies (150g/qm) verhindert Unkrautwuchs.
Unkrautvlies (150g/qm) verhindert Unkrautwuchs.
Der Schotter wird eingefüllt, glattgezogen und gut verdichtet.
Schotter einfüllen, glattziehen und gut verdichten.

Schritt 5: Unkrautvlies verlegen

Nehmen Sie ein gutes Unkrautvlies (ca. 150g/qm oder mehr) und verlegen Sie es überlappend (15 – 20 cm), wo immer Sie ansetzen müssen und auch etwas an der Kante hoch. Benutzen Sie gegebenenfalls Erdnägel zur Fixierung des Vlieses.

Schritt 6: Waben auslegen (für mehr Stabilität bei befahrenen Wegen)

Mit Kies gefüllte Waben erhöhen die Stabilität.
Mit Kies gefüllte Waben erhöhen die Stabilität.

Kunststoffwaben können mit einer normalen Säge (Fuchsschwanz u. ä.) zugeschnitten werden. Verlegen Sie sie auf jeden Fall bis zur Einfassung ohne Lücken.

Wählen Sie die Farbe der Waben möglichst passend zu dem von Ihnen ausgesuchten Kies, dann fällt es nicht so sehr auf, wenn mal an einer Stelle die Wabe herausschaut.

Wichtiger Hinweis: Befahren Sie die Waben auf keinen Fall, bevor der Kies eingefüllt ist. Dieser Belastung halten sie nicht stand, wobei Sie durchaus schon begehbar sind.

Schritt 7: Kies einfüllen

Schütten Sie Kies in den Weg und verteilen Sie ihn gleichmäßig. Die Höhe der Schicht soll bei einer mittleren Körnung des Kieses etwa 5 cm betragen und bis 2 cm unter die Einfassungskante reichen. Wenn Sie Waben benutzt haben, sollen diese wiederum nach dem Auffüllen, ca. 2 cm hoch mit Kies überdeckt sein.

Der Kies lässt sich nach dem Einfüllen am besten mit der Rückseite eines Rechen verteilen.

Ein Naturstein als Trittstein in verschiedenfarbigen Flusskieseln wirkt natürlich.
Ein Naturstein als Trittstein in verschiedenfarbigen Flusskieseln wirkt natürlich.
So sieht der Kiesweg fertig aus, wenn er bis knapp unter die Kantsteine aufgefüllt ist.
So sieht der Kiesweg fertig aus, wenn er bis knapp unter die Kantsteine aufgefüllt ist.

Schritt 8: Trittsteine einlassen (optional)

Wer mag, kann nun noch Trittsteine einlassen. Dazu – je nach Höhe des Trittsteines – einen Teil des Kieses zur Seite schieben, den Trittstein einlegen und den Kies wieder bis an die Kante des Trittsteines verteilen.

Gartenweg Ideen und Tipps

Bei Gärten in formalem Stil werden Kieswege in geometrischen Formen gestaltet.
Bei Gärten in formalem Stil werden Kieswege in geometrischen Formen gestaltet.

Ihr Garten wirkt größer, wenn Sie Wege verschlungen führen, auch mal hinter etwas verschwinden lassen oder irgendwo auftauchen lassen, obwohl es dort nicht weiter geht. Die optische Täuschung wird noch unterstützt, wenn Sie die Wege von vorne nach hinten schmaler werden lassen.

Wenn Sie eher einen Garten in einem formalen Stil haben oder in einem kühleren, modernen Stil, sollten Sie eher mit geraden, schlichten Wegen und eventuell Farb-/Materialkontrasten arbeiten. Das kann ein Kontrast zwischen Randsteinen und Kies oder Edelstahlkanten und weißem oder schwarzem Kies und dergleichen sein.

In Bauerngärten sind die Kieswege oft von niedrigen Buchsbaumhecken gesäumt.
In Bauerngärten sind die Kieswege oft von niedrigen Buchsbaumhecken gesäumt.

Im naturnahen Garten machen sich die in der Region vorkommenden Gesteinsarten, Natursteineinfassungen und organische Formen am besten. Beispielsweise können Sie mit den Wegen dem Bewuchs folgen. Gehen Sie mit Ihrem Gartenweg um einen Baum, an einer Natursteinmauer entlang oder ein Stück um den Teich herum. Lassen Sie beispielsweise den Weg sich an einer Stelle ausdehnen und zu einem kleinen Sitzplatz werden und an anderer Stelle zu einem ganz schmalen Pfad.

Bei einem Themengarten, wie einem Zengarten, halten Sie sich an die typischen Merkmale. Das bedeutet für das Beispiel Zengarten, dass der Kiesweg für einen Wasserlauf steht und immer perfekt in Wellenform geharkt wird. Geht es dagegen um einen Bauerngarten, so ist der typische Kreuzweg quasi Pflicht und wird von niedrigen Buchsbaumhecken gesäumt. (Aufgrund des landesweiten Befalls des Buchsbaums mit dem zerstörerischen Buchsbaumzünsler werden derzeit eher Ersatzpflanzen angeboten). Als Einfassung des Kiesweges machen sich im Bauerngarten immer auch alte Ziegelsteine gut.

Autor: Christiane Baldwin

Bildnachweise:
  • Titelbild: Christiane Baldwin
  • Seitenbild: Pixabay/RonPorter
  • Toreinfahrt: Pixabay/Tingeling
  • Bilder Anleitung: Christiane Baldwin
  • Gärten im formalem Stil: Pixabay/fietzfotos
  • Bauerngarten: Pixabay/KVI

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